Chip-Krise- Lieferknappheit treibt Hardwarepreise in die Höhe

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie zeichnete sich im IT Sektor schnell folgendes Bild ab:
Die Hardware-Preise sind durch leere Lager gestiegen. Eine hohe Nachfrage von z. B. Laptops, PCs und Druckern auf Grund von Home-Office und Home-Schooling sowie logistische Verzögerungen erschwerten die Lage und trieben die Transportkosten im Zwischenhandel spürbar in die Höhe.

Gegen Ende des Jahres 2020 wurden zunehmend Grafikkarten, gerade im High-End-Bereich wie z. B. die AMDs Radeon RX 6000- und die Nvidias RTX 3000, immer knapper.

Was sind die Hintergründe?

Mit Beginn des Jahres 2021 traten in den USA neue Importzölle für chinesische Produkte in Kraft, welche eine höhere Besteuerung neuer Hardware-Teile zur Folge hatte und sich ebenfalls auf die Preisentwicklung in Europa auswirkten.

So genannte „Hyperscaler“ wie Google, Microsoft und andere IT-Giganten rüsteten zügig ihre Rechenzentren auf, um der stetig zunehmenden Nachfrage nach Clouddiensten wie Microsoft 365 gerecht werden zu können. Der Andrang auf Clouddienste nahm kontinuierlich mit dem Anstieg der Home-Office-Plätze zu und war einer der Gründe für zunehmende Materialknappheit und die hohe Auslastung der Chipauftragsfertiger. „Scalper“* beeinflussen zusätzlich Verfügbarkeiten und Preise durch großflächigen Aufkauf der ohnehin schon knappen Hardware. Der Wiederverkauf erfolgt zu einem um mehrere hundert Prozent gesteigerten Preis.

Auch die Automobilindustrie leidet signifikant unter den Lieferengpässen. Der Mangel an Elektronik-Chips für Autos sorgt bei Herstellern und Zulieferern für immense Probleme. Die Folgen: Produktionen werden gedrosselt oder sogar zeitweise gestoppt und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Die branchenübergreifende Chip-Krise wird sich laut Prognosen nicht vor Beginn des Jahres 2022 entspannen.


*Scalping: (Trading-Methode, um von Kursbewegungen zu profitieren)

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